Jugendfeuerwehr wird erwachsen

Jubiläumsfeier 20 Jahre Jugendfeuerwehr Reichenau und Fahrzeugweihe GW-T

Bericht: Thomas Zoch

Pauline Störk und Josi Zieten sind gern bei der Reichenauer Jugendfeuerwehr, die es bereits seit 20 Jahren gibt. “Es macht sehr viel Spaß”, sagt die 15-Jährige Pauline, die vor drei Jahren durch Freunde und ihren Onkel zur Feuerwehr kam. Die technischen Dinge gefallen ihr gut, sagt sie, aber auch der Zusammenhalt der Gruppe “und die coolen Aktionen wie Zeltlager”. Josi Zieten (14) ist sogar schon seit fünf Jahren dabei - sie sei durch ihren Vater Christian Zieten dazu gekommen, der seit kurzem einer der stellvertretenden Kommandanten ist. Ihr machen ebenfalls Aktionen wie der Sternenmarsch oder das Zeltlager Spaß, sagt sie, aber auch die gemeinsamen Übungen mit den Aktiven oder mit Konstanz und Allensbach. Und im Herbst finde sie die gespielte Personensuche im Wald gut. “Das ist richtig lustig”, so Josi. Und beide können sich vorstellen, in ein paar Jahren zu den Aktiven zu wechseln.

Das ist natürlich auch so erhofft von der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau. “Der Grundgedanke ist, dass man für den aktuellen Dienst Aktive bekommt”, sagte Jugendwart Marcus Deggelmann beim Fest zum 20-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr bei der Inselhalle. “Im Grunde ist es Feuerwehr mit Spiel und Spaß.” Man treffe sich einmal pro Woche. Das Programm reiche von kleinen Löschangriffen über Geschicklichkeitsspiele bis hin zu klassischen Jugendaktionen wie Ausflügen, so Deggelmann, der zugleich einer der stellvertretenden Kommandanten ist. Dabei könne auch die Jugendfeuerwehr das Equipment der Aktiven nutzen. “Wir hatten bisher immer einen guten Zulauf.” Aktuell seien es 22 Jugendliche von zehn bis 18 Jahren. Und jährlich würden davon welche aufrücken zu den Aktiven. “Wir können froh sein, dass wir die Jugendfeuerwehr haben”, so Deggelmann.

Die Reichenauer Feuerwehr hat aber noch mehr Grund zum Feiern. Beim Fest am Sonntag, 4.¦Mai, wurde auch der neue Gerätewagen Transport (GW-T) geweiht, der erst im Januar geliefert worden ist. Wobei der katholische Inselseelsorger Pater Stephan Vorwerk angesichts des Regens meinte: “Der Segen kommt eigentlich schon von oben.” Er segnete das Fahrzeug aber natürlich mit einem Gebet und bat Gott, er möge alle behüten, die dieses Fahrzeug nutzen für den Einsatz, um Menschen zu schützen. Die evangelische Pfarrerin Sabine Wendlandt meinte, der GW-T “ist praktisch die moderne Form des Esels des barmherzigen Samariters”. Er transportiere alles, was man brauche. Auch sie bat Gott darum, er möge die Kameraden der Feuerwehr schützen, wenn sie anderen helfen. Und er möge den Menschen die Vorsicht geben, damit nichts passiert - und die Feuerwehr höchstens den Durst löschen müsse. Der neue Kommandant Alexander Peters sagte, das sei ein Top-Fahrzeug für die Zukunft, sehr flexibel einsetzbar, klein und wendig, “genau richtig für die Einsätze, wie wir es brauchen”. Marcus Deggelmann erklärte, der GW-T könne je nach Art des Einsatzes mit verschiedenen Materialien in Rollcontainern beladen werden - zum Beispiel Wasserschaden, Ölspur und die Besonderheit Tunnel. Die Gemeinde hat das Fahrzeug im Rahmen einer Sammelbeschaffung zusammen mit Öhningen und Büsingen angeschafft. Der Preis beträgt 160.000 Euro, so Bürgermeister Wolfgang Zoll.

Der Bürgermeister betonte in seiner Ansprache in der Halle, das Fahrzeug sei gut, aber: “Es würde nicht funktionieren, wenn es nicht Menschen gäbe, die helfen, die Samariter sind. Daher sei die Jugendfeuerwehr wichtig. “Davor habe ich Respekt.” Zoll dankte bei dieser Gelegenheit Sebastian Böhler, der die Jugendwehr viele Jahre geleitet hat - und mit dieser auch gut zehn Jahre lang den Weihnachtsmarkt organisierte. “Menschen wie Sebastian Böhler findet man nicht so häufig”, meinte der Bürgermeister. Er sei auf unkomplizierte Art hilfsbereit und übernehme Verantwortung. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Hannes Oexl betonte ebenfalls die Bedeutung der Jugendfeuerwehren. “Sie ist ein wichtiges Element der Nachwuchsarbeit, eine gute Grundlage für die Zukunft.” Und der GW-T sei eine wichtige Ergänzung des Fuhrparks, der die Reichenauer Feuerwehr noch leistungsfähiger mache.

Das Fest litt leider unter dem regnerischen Wetter. Da nutzten viele Besucher die Möglichkeit, in der Halle etwas zu essen und trinken, wo es zudem Blasmusik gab. Aber in trockenen Phasen wurden auch die Angebote im Freien von einigen genutzt. So machte die Jugendfeuerwehr Löschspiele für Kinder. Für die neue Kindergruppe gab es einen Info- und Malstand. Und eine Fahrzeugschau für alle. Die Konstanzer Feuerwehr hatte zudem ihre Drehleiter gebracht. Die aus Allensbach hatten das LUF 60 dabei - das Löschunterstützungsfahrzeug speziell für die Einsätze im Tunnel, wie Klaus Welschinger von der Allensbacher Feuerwehr erklärte. Das sei ein Wasserwerfer, auch mit Sprühnebel, und man könne damit den Tunnel be- oder entlüften. Die Ortsgruppen von DLRG und DRK hatten zudem einige Spiele und Aktionen für Kinder im Angebot. Das DRK zeigte zudem den Gerätewagen San, der sonst in Stockach stationiert ist als einer von dreien im ganzen Landkreis. Das Fahrzeug sei speziell für Großeinsätze ausgerüstet, wo mit vielen Patienten zu rechnen sei, erklärte Bereitschaftsleiterin Nicole Peters.

Neue Kindergruppe

Die Reichenauer Feuerwehr will als Teil der Jugendfeierwehr nun auch noch eine Kindergruppe für Sechs- bis Zehnjährige gründen. So etwas gebe es bereits in einigen Gemeinde des Landkreises, so Jugendwart Marcus Deggelmann. Erste Infos dazu gab es beim Jubiläumsfest der Jugendwehr. Aber richtig starten wolle man im Herbst, so Deggelmann. Dann werde es ein Gründungstreffen geben. Bis dahin wolle man die Gruppe noch weiter publik machen. Einige Eltern haben ihre Kinder schon angemeldet, berichtet Deggelmann. Er ist der Ansprechpartner für Interessierte, E-Mail: kindergruppe@feuerwehr-reichenau.de Weitere Infos und ein Kontaktformular gebe es demnächst auch auf der Homepage www.feuerwehr-reichenau.de, so Deggelmann. (toz)

An dieser Stelle herzlichen Dank an Thomas Zoch, der den Bericht für die Veröffentlichung im Amtsblatt durch die Feuerwehr zur Verfügung gestellt hat.

JFW Reichenau mit Jugendwart Marcus Deggelmann (Quelle: FF Reichenau)
Fahrzeugweihe GW-T, v.l. Kommandant Alexander Peters, Stv. Kommandant Christian Zieten, Pfarrerin Sabine Wendlandt, Pater Stephan Vorwerk und Stv. Kommandant und Jugendwart Marcus Deggelmann (Quelle: FF Reichenau)