Küchenbrand im Bruckgrabenstüble

Jahresabschlußübung der Freiw. Feuerwehr Reichenau

Am Mittwochabend, 01.12.2004, kurz vor 19:00 Uhr heulten die Sirenen auf der Insel Reichenau…“Küchenbrand im Bruckgrabenstüble, mehrere Personen noch im Gebäude”… so das Alarmstichwort der Integrierten Leitstelle des Landkreises Konstanz. Die Alarmierung war der Auftakt zur Jahresabschlußübung der Freiw. Feuerwehr Reichenau.

Medien-Bericht Südkurier, Nikolaj Schutzbach:

medienberichte.de

2004.12.01 – Rauchbomben verqualmten ehemaliges “Bruckgrabenstüble”

Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau

Reichenau (nea) Während die Sirenen auf der Insel Reichenau heulten, verqualmten drei Rauchbomben das ehemalige “Bruckgrabenstüble” beim Pirmindenkmal am Beginn des Dammes. Das zweistöckige Gebäude bildete den Rahmen der Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau. Angenommen wurde, dass ein Brand in der Küche im Erdgeschoss ausgebrochen war und vier Personen vermisst wurden.

Durch eine Tür auf der Gebäuderückseite und mittels Steckleiter über die Terrasse im ersten Obergeschoss gelangten Atemschutzträger ins Gebäude. In jedem der Geschosse fanden sie zwei Dummys (menschliche Attrappen) die sie “retteten”. Mit fünf Strahlrohren boten sie dem gedachten Feuer Einhalt und bliesen mit einem wassergetriebenes Lüftungsgerät den Rauch aus dem Gebäude.

Wasser holten sich die Wehrmänner aus einem Hydrant an der Abwasser-Pumpstation. Da dieser jedoch nur eine Zuführungsleitung von 80 Millimeter besitzt, musste mit einer Tragkraftspritze und Saugschläuchen zusätzlich Wasser aus dem Bruckgraben gepumpt werden. Da es zu dem Haus nur eine schmale Zufahrt und keinen Hof gibt, standen die Einsatzfahrzeuge auf der in Richtung Waldsiedlung führenden Spur. Die Wasserschutzpolizei sicherte die Übungsstelle mit zwei Polizeiautos ab und leitete den Verkehr auf einer frei gebliebenen Fahrspur vorbei. Die Behinderungen blieben gering.

In der anschließende Übungsbesprechung im Gerätehaus lobte Kreisbrandmeister Rolf-Jürgen Stoffel vor rund 30 Feuerwehrleuten die “geschickt angelegte” Übung. Für Andreas Schlegel, der erst seit Juni Kommandant der Reichenauer Feuerwehr ist, hatte Stoffel einige Anregungen parat um die Abläufe zu verbessern: Er solle erfahrene Leute in der Führung einsetzen und mehr Einsatzaufträge an seine Gruppenführer abgeben. Der Mannschaft empfahl der Kreisbrandmeister, sich mit einer Wettkampfgruppe beim kommenden Kreisfeuerwehrtag zu melden.

Max Uricher, Stellvertreter des verhinderten Bürgermeisters Volker Steffens, dankte im Namen der Gemeinde für die übers Jahr geleistete Einsatzbereitschaft und die Motivation. Der Bevölkerung gäbe es “ein beruhigende Gefühl, dass ihr da seid“, so Max Uricher.

An dieser Stelle unser Dank an Kamerad Nikolaj Schutzbach für den Bericht und die

Bilderserie

zu finden unter: medienberichte.de

Geräteentnahme aus dem Löschgruppenfahrzeug LF 16 (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Einweisung der Atemschutztrupps durch Stellvert. Kommandant Thomas Baumgartner (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Atemschutzüberwachung durch Stellv. Kommandant Johannes Deggelmann (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Mit Hilfe des Schlauchwagens wurde die Löschwasserversorgung vom Hydranten an der Abwasserpumpstation zum Löschfahrzeug gelegt. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Da der Wasserdruck der Löschwasserversorgung vom Hydranten nicht ausreichend war, wurde zusätzlich die Wasserentnahme aus offenem Gewässer (Bruckgraben) durchgeführt. Hier die Einsatzkräfte beim Kuppeln der Saugschläuche. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Als Pumpe diente die Tragkraftspritze TS8/8. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Die Löschmaßnahmen wurden mit mehreren C-und B-Rohren durchgeführt. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Die Atemschutztrupps konnten mehrere "Personen" aus dem Gebäude retten. Hier eine nicht mehr gehfähige "Person" im Rollstuhl. Die "Personen" sind selbst gebastelte, ca. 50 Kg schwere Puppen. Drei davon wurden uns von den Kameraden der FF Konstanz, 2. Zug ausgeliehen, Danke. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Die "Personen" vom oberen Stockwerk mußten über die Leiter gerettet werden, da die Treppe im Haus nicht mehr begehbar war (so die Annahme). (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Einsatzleiter und Kommandant Andreas Schlegel überwacht die Entlüftung des Gebäudes mit dem Hochdrucklüfter. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)
Einige Mitbürger zeigten reges Interesse an der Übung als Zuschauer. (Quelle: FF Reichenau, M. Spicker)